Spätestens wenn Sie die Tomaten nicht schneiden, sondern nur noch quetschen, oder wenn das Fleisch Zerteilen zum Gemetzel wird, ist es an der Zeit, dass Sie Ihre Messer schärfen. Das sollten Sie auch nicht hinauszögern, denn mit einem stumpfen Messer schneiden Sie sich deutlich leichter. Auch wenn dies absurd klingt, gibt es dafür einen plausiblen Grund: Ist das Küchenmesser stumpf, brauchen Sie Druck zum Schneiden und dadurch wird die Arbeit unkontrolliert.

Welches Schleifgerät sollte ich verwenden?

Für den Hausgebrauch gibt es verschiedene Schleifgeräte, die häufig die Sicherheit des Verwenders fokussieren. Hierzu gehören V-förmige Geräte, durch die Sie die Klinge ziehen, um Sie zu schärfen. Für billige Modelle bestens geeignet, bei teureren Küchenmessern können Sie jedoch damit die Schneide beschädigen.

Die V-förmigen Schleifgeräte funktionieren nach dem Prinzip der Schärfbänke, die zum Teil elektrisch betrieben sind. Sie ziehen hier die Messerklinge über ein Schärfrad. Sie können diese Schleifgeräte für europäische Messer ebenso wie für die besten, sehr harten Klingen aus Damaststahl verwenden. Zudem gibt es spezielle Schärfbänke, mit denen Sie Keramikmesser schärfen können.

Der Klassiker zum Messer Schärfen ist der Wetzstahl. Er ist ideal, um weicheres Material wie bei europäischen Messern wieder aufzurichten. Die Klinge wird dadurch entgratet und nachgeschärft, jedoch nicht geschliffen. Wichtig ist dabei: Der Wetzstahl sollte länger sein als die Klinge. Zum Wetzen gibt es zwei Möglichkeiten: freihändig und aufgestützt. Der Schleif-Vorgang ist bei beiden der gleiche. Der Unterschied besteht einzig darin, dass Sie bei der aufgestützten Variante, den Wetzstahl auf der Arbeitsplatte oder einem Tisch abstellen. Bei der freihändigen Variante halten Sie Wetzstahl und Messer im Abstand Ihrer Armlänge vor den Körper.

Messer schärfen mit dem Wetzstahl:

  • Legen Sie das Küchenmesser oben rechts an den Stahl an.
  • Ziehen Sie die Klinge nun in einem 20-Grad-Winkel mit leichtem Druck in einer halbkreisförmigen Bewegung über den Wetzstahl von oben bis nach unten.
  • Wiederholen Sie diesen Vorgang etwa sechsmal.
  • Wetzen Sie dann die andere Seite der Klinge in gleicher Weise.

Profis schwören auf Schleifsteine, um Messer richtig zu schärfen. Mit diesem können Sie stumpfe Küchenmesser richtig schleifen und nicht nur wetzen. Sie eignen sich sogar für sehr teure Messer sowie hochwertige japanische Küchenmesser. Ähnlich wie bei Schleifpapier sind Schleifsteine in verschiedenen Körnungen erhältlich. Je nachdem wie stumpf Ihre Küchenmesser sind, nehmen Sie eine grobe oder eine feine Körnung. Letztere eignen sich vor allem zum nachträglichen Polieren der Klingen. Wenn Sie mit einem Schleifstein arbeiten, sollten Sie dabei immer Wasser verwenden. So wird die Klinge gekühlt und kann nicht zu stark erhitzen. Das Wasser bindet außerdem den Schleifstaub und verhindert, dass der Stahl zu sehr abgerieben wird. Es erfordert aber etwas Geschick, das Messer zum Schärfen in immer dem gleichen Winkel über den Schleifstein zu ziehen.

Woran erkenne ich ein scharfes Messer?

Ob das Küchenmesser auch scharf genug ist, können Sie mit einem kleinen Test herausfinden: Es ist dann richtig scharf, wenn es ohne zu rupfen durch ein Stück Papier gleitet. Auch die Tomate dient als Ergebnisüberprüfer. Wenn Sie diese in dünne Scheiben schneiden können, ohne dass ihr ganzer Saft auf das Schneidbrett läuft, ist die Klinge wieder scharf genug.

Wie lange bleiben Küchenmesser scharf?

Das hängt vom gewählten Schleifgerät, von der Nutzung sowie von der Härte des Stahls ab. Sie sollten hochwertige Küchenmesser außerdem besser von Hand vorsichtig spülen und nicht in den Geschirrspüler geben. Der Klingenstahl bei Qualitätsmessern ist sehr hart, dafür aber auch sehr anfällig gegen scharfe, säurehaltige Reinigungsmittel. Deshalb werden sie in der Spülmaschine schnell stumpf und bekommen Rostflecken. Normale Küchenmesser dürfen Sie hingegen im Geschirrspüler reinigen. Allerdings sollten Sie dann darauf achten, dass die Messer nicht an anderen Besteckteilen reiben, da dies die Klingen beschädigen könnte. Besser aufgehoben als im Besteckkorb sind Ihre Küchenmesser daher in der Besteckschublade.

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