Zero Waste Prinzip in der Küche

Zero Waste in der Küche: So vermeiden Sie Müll und kochen nachhaltiger

Vielleicht geht es Ihnen auch so: Sie kochen sich eine leckere Mahlzeit aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert – schon ist der Abfalleimer voll. Schließlich sind Salat und Pilze in Plastikfolie verpackt. Karottengrün füllt den Bio-Müll und Kleckereien werden mit Küchenpapier weggewischt, das dann ebenfalls weggeworfen wird. Aber es geht auch ohne Müll, Zero Waste (dt.: „Null Abfall“) quasi! Wir haben Ihnen in einem Cookook-Beitrag bereits verraten, wie Sie ressourcenschonend leben können. Nun möchten wir genauer auf das Thema Zero Waste in der Küche eingehen. Kochen ohne Reste und Abfall ist nämlich gar nicht so schwer, wie Sie vielleicht vermuten.

Kochen ohne Abfall – so geht’s

Wer Müll vermeiden möchte und auf Umweltschutz in der Küche wert legt, fängt ganz von vorne an: Überlegen Sie sich, was Sie einkaufen! Gehen Sie hungrig oder unvorbereitet in den Supermarkt, besorgen Sie oft zu viel. Machen Sie sich daher einen Essensplan und schreiben Sie eine Einkaufsliste. So nehmen Sie nur das mit, was Sie tatsächlich benötigen, sodass frisches Obst oder Gemüse nicht ungenutzt vergammeln. Vergessen Sie außerdem nicht Ihren Stoffbeutel, um unverpackte Lebensmittel zu transportieren. Unverpackt-Läden sind eine gute Anlaufstelle, wenn Sie das Zero Waste Prinzip in Ihrer Küche umsetzen möchten. Nudeln, Reis, Linsen, Nüsse etc. können Sie dort individuell portioniert und ohne Verpackung besorgen.

Zero Waste Rezeptideen

Einige (ungewöhnliche) Rezept-Ideen für Ihre No Waste Küche

Ein essentieller Teil des Zero Waste Trends: Obst und Gemüse unverpackt kaufen. Aber selbst hier entsteht Bio-Müll, weil Sie Schalen oder Blätter entsorgen. Dabei können Sie daraus Gerichte zaubern! Lesen Sie hier einige Rezept-Ideen fürs Zero Waste Kochen:

Karottengrün-Pesto

Zutaten:

  • 30 g Karottengrün
  • 1 Knoblauchzehe
  • 125 ml Olivenöl
  • 80 g frischer Parmesan
  • 30 g Cashew- oder Pinienkerne
  • 1/2 TL Meersalz
  • Pfeffer

Zubereitung:

  1. Cashew- oder Pinienkerne ohne Öl in einer beschichteten Pfanne leicht braun rösten.
  2. Karottengrün gut waschen und abzupfen.
  3. Knoblauchzehe hacken.
  4. Parmesan fein reiben.
  5. Alle Zutaten in den Mixer geben und nur kurz grob pürieren bis alles gut vermengt ist.

Tipp: Mit einer Schicht Olivenöl über der Masse hält das Pesto gut gekühlt und fest verschlossen bis zu vier Wochen lang.

Apfelessig

Äpfel lassen sich gut zu Mus, Kuchen und Co. machen. Oft bleibt dabei die Schale übrig. Wegschmeißen? Nein, lieber in Ihrer Zero Waste Kitchen zu Apfelessig verarbeiten und für Salatdressings verwenden.

Zutaten:

  • Schalen, Kerngehäuse und Trester von unbehandelten Äpfeln
  • 2 EL Zucker pro kg Äpfel (beschleunigt den Gärungsprozess)

Zubereitung:

  1. Apfelreste und Zucker mischen.
  2. Zutaten mit Wasser bedecken.
  3. Gefäß mit einem Tuch abdecken. (Achtung: nicht fest verschließen)
  4. Etwa 1 Woche abwarten und täglich umrühren, bald entsteht Schaum durch die Gärung.
  5. Dann Masse durch ein sauberes Küchenhandtuch gießen und anschließend in den Küchenkompost geben.
  6. Unreifen Essig für 4 – 6 Wochen an einem warmen Ort mit einem Tuch abgedeckt lagern.
  7. Apfelmutter (gelartige Masse) absieben, wenn gewünscht, und für den nächsten Essigansatz verwenden.

Gemüsebrühe

Zutaten:

  • Karottenschalen
  • Kohlrabigrün
  • Stiele von Brokkoli, Blumenkohl und Petersilie
  • 1 l Wasser
  • 1 Nelke
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  1. Gemüsereste einfrieren bis genügend zusammengekommen ist.
  2. Schalen, Abschnitte etc. in einem Topf mit Wasser bedecken, würzen und etwa 90 Min. köcheln lassen.
  3. Abseihen und Brühe in undurchlässige Flaschen füllen oder in Eiswürfelform portioniert einfrieren.

Brot-Quiche

Zutaten:

  • trockenes Körnerbrot
  • 10 braune Champignons
  • 300 g Blattspinat
  • 1 – 2 Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • Parmesan
  • 1/2 l Milch
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • Sonnenblumenöl für die Auflaufform

Zubereitung:

  1. Form mit Öl bepinseln.
  2. Boden mit dünnen Brotscheiben bedecken.
  3. Käse darüber streuen.
  4. Angebratene Pilze und Schalotten mit Blattspinat und Knoblauch vermischen.
  5. Masse in die Quiche-Form geben.
  6. Eier und Milch verquirlen, würzen und über dem Gemüse verteilen.
  7. 25 – 30 Min. bei 180°C Ober-/Unterhitze im Ofen backen.

Tipp: Besonders lecker schmeckt Brot natürlich, wenn es frisch und fluffig ist. Bleibt etwas davon übrig, können Sie es zu vielen weiteren Gerichten verwerten. Da macht es nämlich nichts, wenn das Brot trocken ist:

  • Arme Ritter
  • French Toast
  • Knödel
  • Brotpudding
  • Brotwürfel für einen grünen Salat

In Eintöpfen oder Soßen kochen Sie einen übrig gebliebenen, steinharten Brotkanten einfach mit. Vor dem Servieren pürieren Sie ihn. Das sorgt für eine leckere Konsistenz und passt perfekt zum Zero Waste Trend in der Küche.

Aufgepasst bei Küchenutensilien

Küchenhelfer aus Plastik halten oft nicht sehr lange. Wählen Sie lieber eine robustere Variante, mit der Sie Müll vermeiden können. Diese sind oft ein wenig teurer, dafür haben Sie aber auch viel länger etwas davon:

  • Kochlöffel aus Edelstahl oder Holz
  • Krüge aus Keramik
  • Pfannen aus Gusseisen
  • Geschirr- und Topfbürsten aus Holz
  • Waschbare Tücher statt Küchenrolle

Wenn Sie gerne backen oder Gemüse im Ofen zubereiten, haben Sie ein Helferlein sicher im Haus: Backpapier. Dauerbackmatten sind eine Alternative, die Ihnen auf dem Weg zur Zero Waste Küche hilft. Sie sind antihaftbeschichtet, kleben weder am Essen noch am Blech und können sehr oft wiederverwendet werden.

Frischhaltefolie adé! Sie kommt auf die Salatschüssel, wenn Sie unterwegs zur nächsten Grillfeier sind oder auf den Teller mit übrigem Essen im Kühlschrank. Decken Sie gekochte Speisen lieber mit einem Teller ab oder ersetzen die Folie zumindest durch Bienenwachspapier – diese ist biologisch abbaubar und kompostierbar.

Tipp zum Schluss: Dass Zero Waste in der Küche möglich ist, beweist Beá Johnson. Sie lebt seit langem müllfrei und gilt als Vorreiterin des Trends. In ihrem Blog gibt sie dazu Tipps. Aber selbst sie weiß: Das geht nicht von heute auf morgen. Überfordern Sie sich nicht, sondern stellen Sie Schritt für Schritt um. Dann klappt’s ohne Frust!

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