In der Küche fallen einige Bioabfälle an: Obst- und Gemüseschalen, Salatreste oder auch Kaffees- und Teesatz. Sie machen laut einer Studie sogar einen Großteil, fast 50 Prozent, der gesamten Küchenabfälle aus. Normalerweise wandern diese in die dafür vorgesehene braune Tonne, die seit 2015 Pflicht ist. Doch Sie können mit den pflanzlichen Abfällen auch etwas Sinnvolles machen: Ihren eigenen Kompost herstellen – und zwar direkt in Ihrer Küche. Diesen können Sie dann als Humus bzw. Dünger für Balkon- und Zimmerpflanzen verwenden.

Pflanzliche Abfälle zu verwerten und damit Kompost herzustellen, ist nichts Neues. Doch viele Haushalte, die keinen Garten besitzen, haben die Kompostierung von Biomüll noch gar nicht für sich wahrgenommen. Dabei gibt es schon seit längerem Systeme, mit denen man auch in der Küche kompostieren kann. Diese Möglichkeit kommt dem Umweltbewusstsein entgegen, das sich immer mehr bei uns durchsetzt. Denn so lassen sich pflanzliche Küchenabfälle nicht nur verwerten, Humus und Bio-Dünger, die dadurch entstehen, sind umweltfreundlich hergestellt und tun Ihren Pflanzen gut.

So funktionieren Küchenkomposter

Kompostieren in der Küche ist keinesfalls eine brandneue Idee. Bereits seit den 1980er Jahren gibt es Küchenkomposter, in denen die organischen Abfälle zu Humus zersetzt werden. Dabei handelt es sich um kleine Eimer, in die man den Biomüll füllt. Damit daraus Humus wird, muss man anschließend noch Wasser und eine mit Mikroorganismen angereicherte Lösung, das Ferment, hinzufügen. Der Kompostiervorgang dauert dann vier bis dreißig Tage, wobei mit der Zeit natürlich auch Gerüche entstehen können. Die Idee kommt aus Japan, weshalb der Küchenkomposter auch unter dem japanischen Namen Bokashi bekannt ist.

Inzwischen gibt es auch ganz moderne Kompostierungssysteme für die Küche, die nach dem Bokashi-Prinzip funktionieren, aber mit Strom betrieben sind. Sie erhitzen die Bioabfälle auf 80 Grad und benötigen daher nur wenige Stunden, um aus dem Bioabfall Kompost zu machen.

Kompostieren mit der Wurmkiste

Damit aus organischen Abfällen Kompost wird, bedarf es immer einem Hilfsmittel. Im Falle des Komposters ist es ein Ferment, Sie können sich aber auch die Hilfe von Würmern zunutze machen. Eine Wurmkiste, mit der Sie in Ihrer Küche oder auf dem Balkon kompostieren können, ist entweder online bzw. im Fachhandel erhältlich oder Sie bauen diese einfach selbst. Die Kiste besteht aus zwei oder mehr übereinander gestapelten Boxen, die mit einem Deckel nicht ganz luftdicht verschlossen wird. In der untersten wird der fertige Humus aufgefangen. Darüber kommt eine oder mehrere Boxen, in deren Boden Löcher gestanzt sind, damit der Humus hindurchfallen kann. Diese wird erst mit Zeitungspapier ausgelegt und dann mit feuchter Erde befüllt. In die Erde setzt man dann die Würmer. Da dieser Prozess am besten bei warmen 20 Grad funktioniert, ist die Wohnung der geeignete Ort für die Küchenkompostierung mit Würmern. Sie können die Wurmkiste aber in den Sommermonaten auch auf den Balkon oder die Terrasse stellen. Im Winter darf die Kiste keinesfalls draußen stehen oder man muss sie sehr gut isolieren.

Bio-Dünger aus organischen Abfällen

Neben dem Küchenkompost können Sie bestimmte Bioabfälle auch als Dünger verwenden:

  • Eierschalen dienen als Kalklieferanten für Pflanzen. Geben Sie diese zerkleinert direkt in die Erde.
  • Kaffeesatz bietet mit Stickstoff, Kalium und Phosphor einen wertvollen Nährstoff-Mix für die Pflanzen. Lassen Sie den Kaffeesatz auf einem Teller trocknen, streuen Sie ihn dann auf die Blumenerde und mischen Sie ihn etwas unter.
  • Ihre Rosen freuen sich über Bananenschalen. Zerkleinern Sie diese und stecken Sie diese dann in die Erde.
  • Auch Tee ist ein guter Bio-Dünger, da er das Pflanzenwachstum anregt. Bevor Sie also Ihre Teebeutel oder lose Teeblätter in den Biomüll geben, brühen Sie diese noch einmal auf und verwenden das abgekühlte Wasser zum Gießen.

Zusammenfassung

Viele organische Abfälle aus der Küche können Sie verwerten und daraus wertvollen Humus herstellen. Wer keinen eigenen Garten hat, kann sich auch mal mit dem Kompostieren in der Küche probieren. Neben der Kompostierung eignen sich einige Lebensmittel, die Sie sonst in den Biomüll werfen, außerdem auch als Dünger für Ihre Pflanzen.

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