Ressourceful Living

Ressourcenschonend leben: mehr als ein Trend

Recherchen des WWF (World Wide Fund of Nature) haben Folgendes ergeben: 18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland pro Jahr weggeworfen, etwa die Hälfte davon von uns Verbrauchern. Eine beachtliche Zahl, die sich bestimmt reduzieren lässt! Schließlich beeinflussen wir mit unseren Taten das Leben künftiger Generationen. Aber wie schonen Sie Ressourcen? Indem Sie Einkäufe bewusst planen, Ihre Vorräte richtig lagern und versuchen, Müll zu vermeiden. Denn oft können Reste verwertet statt entsorgt werden. Wenn Sie ressourcenschonend leben möchten, sollten Sie an verschiedenen Baustellen ansetzen, die wir Ihnen nachfolgend vorstellen.

Regional einkaufen

Ein Smoothie mit spanischen Erdbeeren im Winter, eine Käseplatte mit Weintrauben aus Südafrika, ein Kuchen mit Papayas aus Süd- und Mittelamerika. Heutzutage ist es normal, dass wir im Supermarkt um die Ecke Produkte aus der ganzen Welt vorfinden – und das zu jeder Jahreszeit. Daraus lassen sich leckere, abwechslungsreiche Gerichte zaubern. Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille:

  • Hohe CO2-Emissionen beim Transport
  • Hoher Energieverbrauch bei der Lagerung
  • Obst und Gemüse reift erst auf dem Transportweg nach

Angelehnt an Goethes Vierzeiler „Erinnerung“ hat sich folgendes geflügeltes Wort etabliert: „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“ Diese Aussage ist bereits über hundert Jahre alt und hat trotzdem nichts von ihrer Relevanz verloren. Zum aktuellen Trend zur Nachhaltigkeit passt sie sogar perfekt. Denn wer braucht schon Obst und Gemüse vom anderen Ende der Welt, wenn er auch regionale Lebensmittel essen kann? Das hat vielerlei Vorteile:

  • Frischere Lebensmittel aufgrund kürzerer Vertriebswege
  • Voll ausgereiftes Obst und Gemüse
  • Gesünder, da mehr Vitamine und Mineralstoffe enthalten
  • Oft günstiger
  • Unterstützung von regionalen Nahversorgern

Wenn Sie noch ressourcenschonender leben möchten, kaufen Sie gerne regionale Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft. Denn das spart CO2. Zudem kommen beim ökologischen Anbau keine Pestizide zum Einsatz, die das Grundwasser belasten und Tieren schaden könnten. Außerdem beinhalten Bio-Lebensmittel vergleichsweise mehr Vitamine und Mineralstoffe.

Lebensmittel richtig lagern

Lebensmittel richtig lagernNachhaltig und ressourcenschonend einzukaufen ist aber erst der Anfang. Die Produkte wollen auch bestmöglich aufbewahrt werden. Schließlich tut es dem Geldbeutel meist nicht weh, wenn eine einzelne ausgetrocknete Gurke im Müll landet, der Umwelt allerdings schon. Denn wenn jeder so denkt, kommt eine beträchtliche Menge Abfall zusammen. Es gilt daher, Lebensmittel so aufzubewahren, sodass sie möglichst lange halten. Das ist in der Regel an kühlen, trockenen und dunklen Orten der Fall. Was sollten Sie bei der Lagerung im Kühlschrank beachten?

  1. Im oberen Fach platzieren Sie Milchprodukte in geschlossenen Boxen. Dort herrschen etwa 5 – 8°C.
  2. In der kältesten Zone über dem Gemüsefach lagern Sie Fisch, Fleisch, Wurst und andere leicht verderbliche Lebensmittel.
  3. Null-Grad-Zonen bei Kühlschränken sorgen dafür, dass Produkte länger frisch und Vitamine sowie Mineralstoffe länger erhalten bleiben.
  4. Obst und Gemüse bewahren Sie im entsprechenden Fach auf. In ein feuchtes Tuch eingewickelt trocknen sie weniger schnell aus.
  5. Saucen, Getränke, Eier und Butter kommen am besten in die Fächer in der Tür. Das ist der wärmste Ort im Kühlschrank.
  6. Möchten Sie Lebensmittel oder Gerichte für später einfrieren, verpacken Sie diese am besten portionsweise und luftdicht.

Auch wenn es sich ungewöhnlich anhören mag, sollten Sie nicht alle Lebensmittel im Kühlschrank aufbewahren. Gemüsesorten mit hohem Wasseranteil schimmeln dort sogar schneller und verlieren an Aroma.  Tomaten, Gurken, Paprika, Auberginen und Zucchini beispielsweise lagern Sie daher besser in der Speisekammer oder im kühlen Keller bei Temperaturen um die 15°C. Beachten Sie allerdings, dass Tomaten und Äpfel den Reifungsprozess anderer Obst- und Gemüsesorten ankurbeln.

Tipp: In unserem Magazin können Sie sich auch darüber informieren, wie Sie Lebensmittel haltbar machen können. Trocknen, Räuchern, Salzen und Co. – es gibt viele Optionen.

Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten und nun?

Die richtige Lagerung von Nahrungsmitteln ist ein guter Weg, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden und langfristig ressourcenschonend zu leben. Dabei können Sie sich am Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) orientieren, das Sie auf der Verpackung vieler Produkte finden. Es gibt den Zeitpunkt an, bis zu dem Lebensmittel ihre spezifischen Eigenschaften behalten – unter der Bedingung, dass sie angemessen aufbewahrt wurden. Joghurt oder Käse sollten Sie beispielsweise ausreichend kühlen.

Wichtig: Ist das MHD überschritten, bedeutet das nicht, dass das Essen verdorben ist. So steht es auch auf der Webseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL): „Das MHD ist kein Verfallsdatum und vor allem kein Wegwerfdatum.“ Leider hat sich aber genau dieser Gedanke in den Köpfen vieler Verbraucher festgesetzt.

Der Hersteller bestimmt das MHD. Und was passiert mit den Produkten im Supermarkt, wenn es überschritten wurde? Das BMEL schreibt dazu: „Wenn das MHD eines Lebensmittels überschritten ist, so muss das klar und allgemein verständlich kenntlich gemacht werden. Die Ware darf jedoch weiterhin in Umlauf gebracht werden, wenn sich das Unternehmen, das die Ware abgibt, davon überzeugt hat, dass das Lebensmittel sicher ist.“ Bei richtiger Lagerung spricht also nichts dagegen, Lebensmittel auch dann noch zu essen, wenn das MHD erreicht ist. Das bestätigte auch eine Untersuchung von Greenpeace. Die Umweltschutzorganisation konnte nachweisen, dass Lebensmittel noch lange Zeit nach dem MHD konsumiert werden können. Ein Naturjoghurt hielt 26 Wochen, Eier 10 Wochen länger als angegeben. Ein beträchtlicher Zeitraum, der eine ganz einfache Möglichkeit eröffnet, ressourcenschonend zu leben und weniger Lebensmittel zu verschwenden: Entsorgen Sie Produkte mit abgelaufenem MHD nicht gleich, sondern testen Sie, ob diese noch genießbar sind.

Hinweis: Anders sieht es bei rohem Fleisch und anderen leicht verderblichen Nahrungsmitteln aus. An das Verbrauchsdatum sollten Sie sich unbedingt halten. Ist es überschritten sollten Sie die Lebensmittel nicht mehr essen.

Zero Waste: Beinahe alles lässt sich verwerten

Grünes Pesto selbst gemachtWer sich mit Resourceful Living und Umweltschutz in der Küche beschäftigt, stößt früher oder später auch auf den Zero Waste-Trend (dt.: „Null Abfall“). Wer nachhaltig leben und einkaufen will, verzichtet soweit wie möglich auf Verpackungen. Wenn Sie darauf achten, weniger in Plastik verpackte Nahrungsmittel zu kaufen, gehen Sie folglich auch bewusster durch den Supermarkt. Dadurch können Sie Lebensmittelverschwendung vermeiden. Das Zero Waste-Prinzip kommt außerdem beim Kochen zum Einsatz. Es gibt sehr viele Nahrungsbestandteile, die Sie nicht wegwerfen müssen, sondern verwerten können. Dazu braucht es nur ein wenig Kreativität und schon können Sie weiteren Müll vermeiden. Nachfolgend einige Vorschläge:

  • Chips aus Brokkoli-Strünken oder Kartoffelschalen
  • Blätter von Radieschen und Karotten im Salat oder Smoothie
  • Tee aufgebrüht aus Ananas-Resten, Ingwer und Zimt
  • Selbstgemachte Gemüsebrühe mit Überbleibseln von Karotten, Sellerie, Knoblauch und Co.
  • Neue Pflänzchen gezogen aus Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer
  • Avocadokern gewaschen, getrocknet und fein gehackt als Topping für Salate
  • Dünger für Pflanzen hergestellt mithilfe eines Küchenkomposts und Bio-Abfällen

Gerne können Sie auch selbst kreativ werden und Gerichte mit ungewöhnlichen Zutaten zaubern. Sie haben beispielsweise noch Rote Bete, Reis und Fetakäse übrig? Mit etwas Gemüsebrühe, Salz und Pfeffer werden sie zu einer leckeren Reispfanne! Und schon haben Sie Produkte sinnvoll verwertet, anstatt sie wegzuschmeißen.

Spezialfall Fleisch: Die Fleischproduktion ist sehr ressourcenintensiv. Resourceful Living kann daher auch bedeuten, kein oder weniger Fleisch und Fisch zu essen. Wer nicht verzichten möchte, sollte Wert auf Bio-Qualität und Regionalität legen. Schon einmal etwas vom Nose to Tail-Prinzip gehört? Auch das ist eine gute Option, wenn Sie ressourcenschonend leben möchten. Denn das Tier wird ganzheitlich verarbeitet, vom Filet über Innereien bis zu Bratenstücken.

Ein Menüplan hilft: Nehmen Sie sich zu Beginn der Woche etwas Zeit, um Ihre Mahlzeiten zu planen. Das hilft, umweltfreundlich einzukaufen. Denn Sie besorgen nur das, was Sie tatsächlich brauchen. Außerdem vermeiden Sie unnötige zusätzliche Wege zum Supermarkt, da Sie alles auf einmal kaufen. Denken Sie an vorhandenes Essen, das Sie noch verwenden müssen, wenn Sie die Menüplanung machen.

Foodsharing als weitere Option: Und was, wenn doch einmal Lebensmittel übrig bleiben? Vor einem längeren Urlaub kann das schnell einmal passieren. Auch hierfür gibt es eine gute Lösung, wenn Sie ressourcenschonend leben möchten: Foodsharing. Lebensmittel, die Sie nicht mehr brauchen, können Sie dort an den Mann oder die Frau bringen. Das geht entweder über die Plattform foodsharing.de oder über entsprechende Social Media-Gruppen.

Sie sehen schon, dass es verschiedenste Möglichkeiten gibt, nachhaltig zu kochen und zu essen – vom Einkauf über die Lagerung bis zur Verwertung. Alles, was Sie dafür benötigen, ist ein wenig Engagement und Kreativität. küchenquelle wünscht viel Erfolg beim Umwelt und Ressourcen schonen!

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