Essen der Zukunft

Essen der Zukunft: Was erwartet uns?

Mehr und mehr Menschen leben auf der Welt – und alle wollen sie satt werden. Bereits jetzt reagieren innovative Food-Start-ups auf die stetig wachsende Erdbevölkerung. Mit ihren Ideen verbinden sie Traditionen mit neueren Werten wie Nachhaltigkeit, Gesundheit und Technologie. So wird sich das Essen der Zukunft wohl nachhaltig verändern. Aber in welche Richtung? Das lesen Sie in diesem Artikel. Fest steht dabei: Der Genuss bleibt! Er ändert sich nur.

Genießen ja – aber mit gutem Gewissen

Essen ist Lebensfreude. Es ist aber auch eine Notwendigkeit für jeden Menschen. Dabei wird es immer schwerer, die Ernährung der stetig wachsenden Weltbevölkerung in Zukunft sicherzustellen. 2050 wollen nach aktuellen Schätzungen rund zehn Milliarden Menschen satt werden. Wenige und überdüngte Agrarflächen sowie ein klimaschädlicher Fleischkonsum machen das zu einer großen Herausforderung – und die Suche nach neuen Lebensmitteln unabdingbar. Diese sollen aber nicht nur die Bäuche füllen. Zeitgemäße Probleme wie die Erderwärmung erfordern Zutaten, die sich möglichst umweltfreundlich anbauen und verarbeiten lassen – Alternativen zum Status quo. Neben einem Fokus auf Umweltschutz in der Küche ist zugleich absehbar, dass es in Zukunft neue Technologien geben wird, mit denen Sie Essen bequemer, zeitsparender und origineller als je zuvor zubereiten können. Aber auch alte Werte werden beim Schlemmen künftig nicht außer Acht gelassen: Gesund möchten nach wie vor Viele essen – und neue Zutaten könnten das bald so leicht machen wie den Einkauf im Internet. Lassen Sie uns also nun einen Blick auf das Essen und die Food-Trends der Zukunft werfen.

Was werden wir morgen essen?

Bitte ökologisch korrekt

Jackfrucht als Essen der Zukunft

Haben Sie schon einmal etwas vom Jackfrucht-Burger gehört? Er ist definitiv ein Anwärter auf ein beliebtes Essen der Zukunft. Denn die Frucht ersetzt den klassischen Burger-Pattie aus Fleisch. Sie wächst in den Tropen und enthält Nährwerte, die denen von Kartoffeln ähneln:

Mineralstoffe

Nährstoffe

Kalzium

Magnesium

Richtig zubereitet soll die Jackfrucht wie Fleisch schmecken, ist aber natürlich vegan. Einerseits macht sie das zu einer ökologischen Alternative zu Schwein und Rind, die helfen kann, ressourcenschonender zu leben. Andererseits belasten jedoch die langen Transportwege unsere Umwelt.

Bei zwei neuen Essenstrends ist der ökologische Fußabdruck besser: Algen und Insekten. Beide können in Deutschland angebaut beziehungsweise gezüchtet werden – und werden das auch in immer größerem Maß.

Sachsen-Anhalt hat die Super-Alge

Algen als Essen der Zukunft

So gibt es beispielsweise in Klötze in der Altmark, bei Vechta und Cloppenburg Farmen, in denen in Gewächshäusern die Algenart Chlorella kultiviert wird. Diese Pflanze lebt im Süßwasser, wächst schnell und schont Ressourcen: Neben Sonnenlicht und Kohlenstoffdioxid benötigt die Chlorella nämlich nur anorganische Nährstoffe wie Phosphor, die sich leicht aus Abwasser gewinnen lassen. Außerdem müssen für sie keine landwirtschaftlichen Nutzflächen angelegt werden, da sie auch auf anspruchslosem Boden wächst. Weiterer Vorteil der Super-Alge: Sie ist sehr gesund, beugt Krankheiten wie Schlaganfällen vor und enthält viele Nährstoffe:

Proteine

Vitamine

Omega-3-Säure

In Asien steht das Meeresgemüse schon seit Jahrtausenden auf dem Speiseplan. Bei uns ist es derzeit noch ein Essen der Zukunft. Aber es wird Zeit, dass es auch bei uns zur Normalität wird. Da Algen oft als Pulver oder Paste auf den Markt kommen, wäre das keine große optische Umgewöhnung. Mutige wagen sich schon jetzt an frische Salate aus Meeresalgen.

Sind Insekten die neuen Proteinlieferanten?

Insekten-Burger

Anders sieht es mit Insekten aus. Viele schrecken die sechs Beine, die Fühler und Flügel ab. Doch Grillen, Käfer und Co. lassen sich mit cleveren Ideen ganz leicht unseren bekannten Lebensmitteln angleichen. Seit knapp eineinhalb Jahren gibt es beispielsweise in einigen Supermärkten den „Insektenburger“ zu kaufen. Äußerlich unterscheidet sich dieses Essen der Zukunft kaum von den bekannten Patties. Die Hauptzutat ist aber weder Rind noch Schwein, sondern Buffalowürmer. Das sind die Larven des Glänzendschwarzen Getreideschimmelkäfers, eines weltweit verbreiteten Schädlings. Sie werden laut Hersteller artgerecht, nachhaltig und ohne Einsatz von Antibiotika gezüchtet. Die Haltung ist nur einer von vielen Punkten, die Insekten als Nahrungsmittel der Zukunft attraktiv machen:

  1. Wegen ihrer geringen Größe lassen sich die Tiere auf wenigen Quadratmetern züchten.
  2. Sie benötigen keine aufwändige Ernährung.
  3. Sie lassen sich vielfältig verwenden: Die Ausscheidungen der Larven der Schwarzen Soldatenfliege beispielsweise eignen sich als Düngemittel.
  4. Wie Algen sind sie reich an Proteinen.
  5. Sie strotzen vor ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen.
  6. Gegrillt sollen viele Krabbeltiere die Konsistenz von Chips haben.

In vielen afrikanischen, asiatischen und südamerikanischen Ländern ist es schon lange Brauch, Insekten zu essen. Im Fachjargon heißt das Entomophagie. Und auch hierzulande könnten Insekten zum Essen der Zukunft avancieren. Wer klein anfangen will, kann beispielsweise beim Backen einen Teil des normalen Mehls durch Insektenmehl ersetzen. Das kommt völlig ohne Chitinpanzer und Facettenaugen aus und Sie können es derzeit schon online bei vielen Anbietern kaufen.

Gegen Hunger ist ein Unkraut gewachsen

Auch Pflanzen, die als Schädlinge gelten, könnten nach Ansicht von Experten künftig einen Imagewechsel erleben. So finden sie als Essen der Zukunft den Weg in Ihren Kochtopf. Das betrifft zum Beispiel die Getreidesorte Thinopyrum intermedium (dt.: Blau-Quecke). Wie die Alge Chlorella ist sie ein wahres Arbeitstier: Während gewöhnliche Getreidearten Korn für ein Jahr produzieren, bringt es Thinopyrum intermedium auf fünf Jahre. Andere Pflanzen, die bislang wenig genutzt wurden, können helfen, den Klimawandel zu bekämpfen. Denn durch ihre tiefe Verwurzelung binden sie Kohlenstoff.

Salat wächst auf den Dächern der Stadt

Urban Gardening

Ein weiteres Novum ist das Indoor- oder Urban Gardening. Es kommt gänzlich ohne künstliche Intelligenz aus. Stattdessen erfordert es nur Zeit und keine Scheu vor dreckigen Händen. Der Food-Trend der Zukunft entwickelte sich, weil in Großstädten immer mehr Platznot herrscht. Darauf basiert eine einfache Idee: Anstatt in großflächigen Gärten bauen Sie Gemüse in den eigenen vier Wänden, auf Dächern oder in Beeten mitten in der Stadt an. Das hat einige positive Effekte:

  1. Sie können dadurch zunehmend zum Selbstversorger werden.
  2. Sie leisten einen Beitrag zur Stadtgestaltung.
  3. Sie lernen mehr über Obst und Gemüse als nur deren Preise im Supermarkt.

Allerdings erfordert urbanes Gärtnern auch etwas Aufwand. Schließlich möchte das Essen der Zukunft verantwortungsbewusst gepflegt werden. Es sollte daher nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Ein Beispiel für eine Stadt, in der Urban Gardening schon klappt, ist das kubanische Havanna. Auch viele deutsche Städte haben den Ernährungstrend der Zukunft erkannt und ziehen mit: unter anderem Berlin, München oder Nürnberg.

Frisch aus dem Drucker

Neben Essenstraditionen, die in Europa langsam, aber sicher ankommen oder wiederentdeckt werden, gibt es auch echte kulinarische Neuheiten. Die kommen – wie könnte es im digitalen Zeitalter anders sein – aus dem Bereich der Technik. Mit 3D-Druckern lässt sich heute bereits Essen herstellen: ganze Skulpturen aus Schokolade, Kartoffelbrei oder Marzipan beispielsweise. Bei Firmenfeiern oder Hochzeiten ist dieses Essen der Zukunft ein echtes Highlight.

Wem das alles zu viel wird, der sollte sich in Erinnerung rufen: Genuss ist Gewöhnungssache. Und wer sich offen für Neues zeigt, der wird dank verschiedener Ernährungstrends der Zukunft völlig neue Geschmackswelten erleben.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here